Malediven-Islands

Informationen und Reiseberichte zu den Inseln der Malediven!

Verweise

Fakten

Der ursprüngliche Namen von Coco-Palm war Dhunikolhu.

Reiseberichte - November 2006 - Helengeli vom 8.11. bis 22.11.2006

Flug:

Wir flogen am 7.11. spät abends von Frankfurt ab. Der Flug ging über Nacht mit LTU. Aufgrund der 10 Stunden Flugzeit hatten wir extra XL-Sitze gebucht und vorreserviert. Diese kosten noch 50 Euro pro Strecke mehr. Leider verdienen nicht alle Sitze, welche von LTU als XL-Sitze ausgegeben werden, auch diese Bezeichnung. Die Sitze an den Türen und Notausstiegen haben tatsächlich eine super Beinfreiheit, aber die Sitze in der ersten Reihe hinter der Business Class sind direkt vor einer Wand. Man hat hier zwar mehr Platz was das rein- und rausklettern aus der Sitzreihe betrifft und auch der am Fenster sitzende kann sich an seinem Nebenmann zur Not mal vorbeischlängeln wenn er aufstehen will. Aber zum Beine ausstrecken reicht der Platz leider überhaupt nicht aus, so dass die "normalen" Sitze dafür viel besser geeignet sind, da man hier seine Füße unter den Sitz des Vordermanns strecken kann und dann auch lange Beine einmal voll ausgestreckt werden können. Zum Glück war das Flugzeug nicht ausgebucht und in der Mittelreihe hinter uns waren noch Plätze frei, so dass man hier auch einmal ausweichen konnte. Zum Glück ist in dem Mehrpreis auch die Option zum Business Class Check-In enthalten, so dass man hier wenigstens den Mehrpreis nutzen konnte um sich an der langen Schlange am Check-In Schalter vorbeizumogeln.
In Male kamen wir dann morgens gegen 9.30 Uhr (unsere Zeit) an. Die Uhren mußten dann 4 Stunden vorgestellt werden. Der Weiterflug mit den Wasserflugzeugen klappte problemlos und wir hatten nur eine kurze Wartezeit. Kurzinfo für behinderte Reisende: Meine Freundin ist gehbedindert und sitzt teilweise im Rollstuhl. Wir hatten sowohl in Frankfurt auf dem Flughafen als auch in Male einen wunderbaren Service und wurden fast an jeder langen Schlange (Passkontrolle, Gepäckdurchleuchtung) vorbeigewunken und durften uns vordrängeln. Da ein Rollstuhl oftmals sehr hinderlich ist, gerade auch noch in Verbindung mit Gepäck, fand ich dies doch sehr erleichternd.
Aufpreis für Übergepäck mußten wir nicht zahlen, obwohl wir ca. 3 kg zuviel hatten. Es kommt wohl darauf an ob der Flieger gerade voll besetzt ist. Lt. Info vom Reiseveranstalter würde dann pro kg Übergepäck 2 USD berechnet werden. Ganz klar war uns auch nicht ob das Handgepäck in den erlaubten 20 kg Gepäck / Person enthalten ist oder hier auch separate 5 kg erlaubt sind wie im Linienflieger, da wir hier vom Reiseveranstalter eine andere Auskunft bekommen hatten als von anderen Urlaubern.
Die Flugzeit von Male nach Helengeli mit dem Wasserflugzeug beträgt ca. 20 Minuten. Ca. 2 km vor Helengeli ist eine schwimmende Mini-Insel als Anlegesteg verankert. Hier wird man mit Gepäck auf das Floß ausgeladen und wartet auf das Boot (Dhoni) von der Insel. Dies finde ich sehr praktisch, dass die Flieger nicht direkt an der Insel anlegen, da man hier doch sicherlich von dem Flugzeuglärm gestört werden würde.

Die Insel:

Auf der Insel angekommen mußten wir unsere Uhren nochmals um eine Stunde vorstellen, da zwischen Male und Helengeli nochmals eine Stunde Zeitunterschied besteht. Die Insel hat derzeit eine schweizerische Leitung (Manager), so dass hier auch zu 90 % schweizer Touristen anzutreffen sind, was dann die sprachliche Verständigung mit den Nachbarn sehr vereinfacht. Wir wurden direkt von dem Manager am Anlegesteg empfangen und zu unserem Bungalow gebracht. Dort gab es dann einen kurzen Snack, Obst und einen Begrüßungsdrink, da wir ja auch noch ca. 4 Stunden bis zum Abendessen warten mußten.
Die Bungalows auf der Süd-Ost Seite der Insel sind richtig im Dickicht versteckt und liegen im Schatten. Zum Strand muss man etwas weiter laufen, hat aber bei heißen, sehr sonnigen Tagen hier viel mehr Schatten. Die Bungalows auf der anderen Seite (Nord-West Seite) sind näher am Strand und haben teilweise weniger Schattenplätze. Vor allem der Doppel-Bungalow Nr. 11/12 bietet direkten Blick aufs Meer, man muss dafür aber auch ein wenig mehr mit der Liege Schatten suchen wenn man nicht in der Sonne liegen will.
Helengeli ist eine reine barfuß Insel und man braucht wirklich keine Schuhe. Rezeption, Bar und Restaurant ist alles mit puderzucker Sand ausgestreut. Man muss sich nur (vor allem nachts oder abends) vor den vielen Einsiedlerkrebsen in acht nehmen, dass man hier keinen versehentlich zertritt.

Die Bungalows:

Nach einer Nacht auf der Süd-Ost Seite der Insel durften wir am nächsten Tag unseren bei der Buchung gewünschten Bungalow Nr. 12 beziehen. Alle Bungalows haben Klimaanlage und ein halboffenes Bad (d.h. nur eine Hälfte ist überdacht) mit einer Warmwasser-Innendusche und einer Kaltwasser Dusche im nicht überdachten Teil des Bades. Die Liegenauflagen auf den 2 Liegen die zu jedem Bungalow dazugehören sind leider im Preis nicht inbegriffen und diese müssen leider extra gebucht und bezahlt werden (32 USD für 2 Liegen und 2 Wochen).
Die Minibar im Zimmer ist gefüllt mit Getränken und ein paar Knabbereien und Schokoriegeln. Der Preis für die Getränke ist gleich wie in der Bar, so dass man auch bequem die Getränke im Zimmer nehmen kann. Leider sind die Getränke wie überall auf den Malediven sehr teuer (stilles Wasser 1,5 L und Cola, Sprite, Schweppes 0,33 L = 2,75 USD).
Der Room-Boy kommt zweimal täglich zum Reinigen und Betten machen. Da man doch den ganzen Tag über viel Sand in den Bungalow schleppt ist dies leider auch erforderlich. An trockenen Tagen ist das auch kein Problem, da trockner Sand viel leichter von den Füßen entfernt werden kann bevor man den Bungalow betritt. Bei Regen und nassem Sand gestaltet sich das leider etwas schwieriger. Es gibt zwar in der Mitte zwischen den Bungalows einen Wasserhahn an dem man sich die Füße abwaschen kann, aber so 100 % ig klappte das auch nicht immer, vor allem wenn die Terasse durch 4 Stühle belegt war und man dann kaum bis zur Haustüre kam ohne wieder durch den Sand zu laufen. Über Hellhörigkeit der Bungalows konnten wir uns nicht beklagen, nur die Dächer machen einen ziemlichen Lärm wenn vor allem nachts der Regen draufprasselt bzw. bei Sturm die Nüsse von den Bäumen auf das Dach poltern.
Leider regnete es während unserer 2 Wochen Urlaub sehr viel, so dass nach einigen Tagen kaum noch die Handtücher oder andere nassen Sachen trockneten. Aus Gesprächen mit anderen Urlaubern welche dort schon mehrere Jahre hintereinander im November Urlaub machen, erfuhren wir, dass es aber durchaus im November nicht so schlechtes Wetter auf den Malediven sein muss und wir wohl einfach nur Pech hatten. Aber auch trotz Regen kam nie Langeweile auf und wir ließen uns den Urlaub nicht vermiesen. Das Schnorcheln klappte auch bei Regen problemlos und anstelle einem Schläfchen auf der Liege saßen wir dann eben auf der überdachten Terasse legten die Füße hoch und ließen es uns mit einem spannenden Buch oder Kartenspielen gut gehen.
Helengeli ist eine kleine, einfache, naturbelassene Insel ohne großen Unterhaltungswert. Partysuchende sind hier fehl am Platz. Hier machen vor allem Taucher und begeisterte Schnorchler Urlaub. Es gibt nur einen klitzekleinen Insel-Shop mit den wichtigsten Souvenirs wie Postkarten und T-Shirts. Nebenan gibt es einen PC mit Internetanschluss (muss an der Rezeption kostenpflichtig gebucht werden) und einer kleinen Bibliothek welche mit von den Urlaubern zurückgelassenen Büchern gespeist wird. Da hier vor allem Schweizer Urlaub machen, sind dann natürlich Bücher in deutscher Sprache häufiger anzutreffen als englische oder französische Literatur. Von Harry Potter über die Bestseller von Dan Brown war aber alles vertreten. Wer also Gewicht beim Gepäck sparen muss kann also zur Not ruhig auf Bücher verzichten, es sind genug da !! WLAN ist auch verfügbar und man kann sich mit selbst mitgebrachten Notebooks in die Bar setzen und surfen. Fragt mich allerdings nicht was der Spaß kostet. Ich war jedenfalls froh einmal 14 Tage nichts mit Computern zu tun zu haben.
Für Wellness Fans gibt es einen SPA. Hier kann man verschiedene Massagen von 60 bis 120 Minuten buchen und auch einige Kosmetik Behandlungen (Maniküre, Fußpflege, Gesichtsbehandlungen) werden angeboten. Die Preise für die Massagen reichen von 60 bis 140 USD, je nach Behandlung.
Die Tauchschule wird derzeit von einem deutschen Tauchlehrer geführt mit deutschem und schweizer Personal. Jeden Mittwoch Abend stellt sich die Tauchschule in der Bar mit einem kleinen Unterwasser-Film vor und man bekommt alle Fragen beantwortet. Auch für "nur" Schnorchler sind hier einige Infos und Tipps wichtig, was zum Beispiel die Strömungsverhältnisse oder das Verhalten am Riff betrifft.
Ansonsten gibt es noch einen kleinen Süßwasser Pool mit Liegen und eniem kleinen Whirl Pool (oder war es ein kleines rundes Kinder-Planschbecken ??) in der Nähe der Bar. Hier ist es vor allem abends kurz vor dem Abendessen zur Happy Hour (2 Cocktails des Tages zum Preis von einem) sehr gemütlich wenn man auf den Liegen seinen Cocktail genießt und auf das Meer blicken kann, über einem der herrlische Sternenhimmel (wenn das Wetter mitspielt. :-) )

Essen:

Da Helengeli nur eine kleine Insel ist mit 50 Doppel-Bungalows ist es nie überlaufen. Am Strand sah man nie viele Leute und nur zu den Mahlzeiten im Restaurant (Frühstück 8 bis 10 Uhr, Mittagessen 13 bis 14.30 Uhr, Abendessen 20 bis 22 Uhr) sah man dann alle Gäste. Aber auch hier gab es kaum Gedränge am Buffet. Im Restaurant gibt es freie Tischwahl, nicht wie auf manchen anderen Inseln bei denen man über die komplette Dauer des Urlaubs einen festen Tisch zugewiesen bekommt. Zumindest während unseren Urlaubs im November (Neben-Saison) war jeder Tisch nur mit 2 Leuten besetzt obwohl bequem 4 Leute Platz gehabt hätten. Es war also niemand gezwungen mit "fremden" am Tisch zu sitzen, was sicherlich ein paar Honeymoon-Pärchen genossen haben.
Wer mag kann auch noch ein Sonder-Menü als Honeymoon Dinner am Strand bei Kerzenschein genießen, ebenfalls separat buchbar.
Alle Mahlzeiten werden als Buffet angeboten. Es gab immer genug Auswahl und es wurde auch ständig nachgefüllt. Geschmacklich war es auch voll OK und wir konnten nicht klagen. Teilweise sind die Speisen scharf gewürzt, man sollte deshalb den Schildern Beachtung schenken, sobald "spicy" oder "hot" in der Beschreibung enthalten ist. ;-)
Das Frühstück war etwas dürftig, aber auch noch OK. Es gab Toast und Vollkorntoast, eine Art dunkles Bagette und Bananenkuchen. Wurst gab es nie, aber 2 Sorten Käse. Nur die Marmeladen konnte man ein wenig bemängeln. Diese schmeckten doch etwas syntetisch (mit den 4 lebenswichtigen Vitaminen BASF), so dass ich mich dann doch lieber an den Honig gehalten habe. Leider gab es auch keine kleinen Schälchen für die Marmelade, so dass man sich den Kleks direkt auf den Teller machen mußte. Bei den festen Marmalden ging dies auch noch zur Not zu machen, aber beim Honig endete das doch in einer ziemlichen Sauerei auf dem Teller. Ansonsten wurden 2 verschiedene Fruchtsäfte angeboten, Müsli, Obst und noch ein Frühstücks-Ei frisch zubereitet nach eigenen Wünschen.

Ausflüge:

An der Rezeption können auch Ausflügel gebucht werden. Hier hängen ca. 8 Ausflugsangebote an der Wand bei denen man sich mit der Zimmernummer eintragen kann. Haben sich mind. 6 Gäste eingetragen kommt der Ausflug zustande und man wird über den genauen Tag informiert. Als Angebote gab es während unseres Aufenthaltes einen Kurz-Trip auf die Einheimischen-Insel Gaafaru, 3 verschiedene Schnorchel Trips (teils mit Barbecue oder Delfin Watching), Nachtfischen und ein Insel Hopping auf 3 andere Inseln.
Schnorcheln / Hausriff:
Ich selbst habe leider (noch) keinen Vergleich zu anderen Inseln was das Riff und die Schnorchelmöglichkeiten betrifft. Auf jeden Fall war es für mich der totale Wahnsinn zum ersten Mal diese vielen Fische aus nächster Nähe zu beobachten und die vielen Korallen und Anemonen zu sehen. Schildkröten waren jeden Tag anzutreffen und sie ließen sich auch überhaupt nicht von den Schnorchlern stören. Haie und Rochen waren etwas seltener anzutreffen. Der "geübte" Unterwasserblick stellte sich dann erst so nach 3 Tagen ein, so das man dann auch mal einen getarnten Oktopus halb in der Höhle sitzend erkennen konnte.
Um an die Riffkante zu kommen gibt es 6 Einstiege ins Wasser. Bei Ebbe ist es aber auch hier sehr schwer an die Riffkante zu kommen ohne an den Felsen hängenzubleiben. Die Strömung ist teilweise sehr stark und man sollte sich bei der Tauchschule nach den Strömungsverhältnissen erkundigen. Vor allem ohne Flossen ist es manchmal kaum möglich gegen die Strömung anzukommen, so dass es leichter ist die Strömung auszunutzen und sich mit der Strömung zum nächsten Einstieg treiben zu lassen. Ein Drittel der Insel (Staff Bereich) ist für das Schnorcheln gesperrt, da man hier leicht von der Strömung ins offene Meer getrieben werden kann.
Respekt sollte man vor allem vor dem Titan- oder Riesendrücker haben. Vor allem in der Laichzeit bewachen diese ihr Nest und vertreiben Eindringlinge (Taucher und Schnorchler) auch unter Einsatz ihres kräftigen Gebisses. Lt. Auskunft von Tauchern sollen hier selbst schon Neopren-Anzüge versagt haben und als ungeschützter Schnorchler hat man dann sicherlich sehr schlechte Karten.
Alles zusammengefaßt war es ein super Traumurlaub, trotz des teilweise sehr schlechten Wetters. Wie von vielen Kollegen oder Bekannten prophezeit habe ich keinen Inselkoller bekommen und es selbst nicht geschafft meine 4 Bücher zu lesen. Es gab ständig irgendwas zu sehen: jagende oder balzende Fischreiher am Strand, streitende oder fressende Flughunde in den Bäumen, emsig umherlaufende und teilweise kämpfende Einsiedlerkrebse, jagende Makrelen direkt am Strand die oftmals das Wasser zum "kochen" brachten und so manchem friedvoll am Strand wandernden Pärchen einen Riesenschrecken einjagten.
Computer oder Fernseher habe ich keinesfalls vermißt und hatte endlich mal wieder Gelegenheit nach ewig langer Zeit Würfel oder Kartenspielen zu spielen.

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